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Monday, April 20, 2026

Gasfeld South Pars: Trump vor Angriff laut US-Medien informiert

Das Gasfeld South Pars ist die weltweit größte bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Das riesige Feld wird auch von Katar ausgebeutet. Das „Wall Street Journal“ berichtete am Donnerstag, die USA seien im Bilde gewesen und hätten keine Einwände gehabt. Trump habe den Angriff gebilligt, um den Druck auf den Iran zu erhöhen, die Straße von Hormus freizugeben.

Das US-Nachrichtenportal Axios schrieb am Donnerstag, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Trump hätten sich über das Vorgehen abgestimmt. Sowohl Axios als auch das „Wall Street Journal“ beriefen sich auf US- und israelische Beamte.

Der Öl- und Gaspreis stieg aufgrund der Angriffe am Donnerstag zu Handelsbeginn erneut in die Höhe. Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent stieg am Donnerstag zeitweise um mehr als zehn Prozent, der Gaspreis im Frühhandel um fast ein Viertel

Axios: Trumps Äußerungen „nicht zutreffend“

Am Mittwoch hatte Israel South Pars angegriffen. Trump schrieb daraufhin auf seiner Plattform Truth Social, Israel habe das Gasfeld „aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten“ angegriffen. Die Vereinigten Staaten hätten nichts davon gewußt, betonte er. „Trumps Äußerungen waren nicht zutreffend“, schrieb Axios.

Katar sei vorab nicht über Israels Angriff informiert worden, hatte Trump in seinem Post auf Truth Social geschrieben. Auch Axios hatte das berichtet. Die Einschätzung, dass die USA informiert worden seien, teilte auch Dan Shapiro, ehemaliger US-Botschafter in Israel. Auf X schrieb er, es sei keinesfalls denkbar, dass die israelischen Streitkräfte einen Angriff an diesem Ort durchführten, ohne das US-Militär zu informieren.

Drohungen Richtung Iran

Trump hatte am Mittwoch (Ortszeit) dem Iran im Fall eines neuen Angriffs auf den Gaskomplex Ras Laffan in Katar mit einer Zerstörung des iranischen Gasfelds South Pars gedroht. Die US-Armee werde das Gasfeld „in die Luft sprengen, in einem Ausmaß an Stärke und Macht, das der Iran noch nie zuvor gesehen oder erlebt hat“, schrieb Trump auf Truth Social. Zugleich versicherte er, Israel werde „keine weiteren Angriffe“ auf das Gasfeld ausführen.

Angriffe auf Gasinfrastruktur

Im Iran-Krieg gerät die kritische Gasinfrastruktur unter Beschuss. Israel greift das iranische South-Pars-Gasfeld an, der Iran Gasanlagen in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Eine anhaltende Gasknappheit würde sich auf die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung auswirken.

Katar: Große Brände und umfangreiche Schäden

Der Iran hatte als Vergeltung für einen zuvor erfolgten Angriff auf South Pars den Komplex Ras Laffan angegriffen, wo sich die weltweit größte Produktionsstätte für Flüssiggas (LNG) befindet. Teheran machte Israel und die USA für den Angriff auf South Pars verantwortlich, bei dem nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens Einrichtungen in der Hafenstadt Asalujeh getroffen wurden.

Der staatliche katarische Öl- und Gaskonzern QatarEnergy meldete seinerseits am Donnerstag, dass bei Raketenangriffen auf mehrere seiner LNG-Anlagen „große Brände und weitere umfangreiche Schäden“ verursacht worden seien. Später erklärte das katarische Innenministerium, alle Brände seien eingedämmt worden.

Reuters (Archivbild)

Der Gaskomplex Ras Laffan in Katar

Iran: „Feind“ hat „schweren Fehler“ gemacht

Das iranische Militär bekräftigte am Donnerstag seine Drohung, die Energieinfrastruktur in der Region zu zerstören, sollte weiter iranische Energieanlagen angegriffen werden. Der „Feind“ habe mit dem Angriff vom Mittwoch einen „schweren Fehler“ begonnengen, zitierte die Nachrichtenagentur Fars eine Erklärung des Militärs. Die Reaktion darauf sei im Gange und „noch nicht abgeschlossen“. Sollte sich das wiederholen, werde es neue Gegenangriffe geben, die „weitaus härter ausfallen als die Angriffe der vergangenen Nacht“.

Saudi-Arabien: Eskalation mit Eskalation verwalten

Auch aus Kuwait und Saudi-Arabien wurden neue Drohnenangriffe auf Energieanlagen gemeldet. In Kuwait wurden nach Angaben von Staatsmedien und der Regierung zwei Raffinerien angegriffen. In Saudi-Arabien wurde nach Regierungsangaben die Raffinerie Samref am Roten Meer getroffen.

Die saudi-arabische Regierung schloss unterdessen eine militärische Reaktion auf die wiederholten iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf ihr Territorium nicht aus. Riad behalte sich das Recht vor, „militärische Maßnahmen zu ergreifen, falls das als notwendig erachtet wird“, sagte der saudi-arabische Außenminister Faisal bin Farhan in Riad nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus anderen Ländern der Region. „Weder Saudi-Arabien noch die Golfstaaten werden Erpressung akzeptieren, und Eskalation wird mit Eskalation beantwortet werden.“

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