Die Regierung im zentralafrikanischen Gabun hat die Sperrung aller sozialen Netzwerke im Land angekündigt. Die Sperren sollen ab sofort und bis auf Weiteres gelten, hieß es in einer Mitteilung der Kommunikationsbehörde, die im Fernsehen verlesen wurde.
Heute waren Facebook, Instagram und TikTok für die rund 2,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Landes nicht mehr erreichbar, wie Bewohner der Libreville der dpa Hauptstadt sagten. WhatsApp und andere Messenger funktionieren zunächst weiterhin.
Als Gründe nannten die Behörden die Verbreitung falscher Nachrichten, Diffamierung von Personen und Institutionen sowie Verstöße gegen den Datenschutz. Meinungsfreiheit sei ein Grundrecht, dürfe aber nicht unter Verletzung geltender Gesetze ausgeübt werden.
Hohe Lebenskosten und niedrige Standards
In den Wochen zuvor hatte Frust über gestiegene Lebenskosten und niedrige Standards zu Protesten und Streiks in dem wald- und ölreichen Küstenland am Äquator geführt. Die Regierung von Präsident Brice Oligui Nguema antwortete als Antwort auf die Proteste in dieser Woche Steuern, Einfuhrzölle und Gebühren auf mehrere Lebensmittel und Baumaterialien für sechs Monate aus.
Oligui hatte vor zweieinhalb Jahren einen unblutigen Staatsstreich gegen die seit Jahrzehnten autokratisch regierende Bongo-Familie angeführt. Er wurde anschließend vor einem knappen Jahr zum Präsidenten gewählt.
Viele der rund 2,5 Millionen Gabuner, die trotz des Rohstoffreichtums des Landes großteils in Armut leben, setzen große Hoffnungen in Oligui. Nach Angaben der Weltbank sind fast 40 Prozent der jungen Leute arbeitslos.

