Nach dem Wirbel um ihren stillen Protest beim Asiencup reisen die iranischen Fußballerinnen über die Türkei zurück in ihr Heimatland. Die Spielerinnen waren gestern Abend am Istanbuler Flughafen gelandet und waren über Land auf dem Weg zurück in den Iran, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.
Der Luftraum über dem Iran ist wegen des Krieges gesperrt – die Hauptstadt Teheran liegt mehr als 2.000 Kilometer von Istanbul entfernt.
Repressionen befürchtet
In der vergangenen Woche hatten die Spielerinnen beim ersten Gruppenspiel in Australien während der Nationalhymne geschwungen – im Iran wurde das als Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichnen sie später als „Verräterinnen“, auch wenn die Spielerinnen bei den folgenden Partien wieder mitsangen und salutierten.
Ursprünglich hatten sieben Fußballerinnen nach dem Aus bei dem Turnier Asyl in Australien beantragt. Fünf zogen den Antrag später zurück. Beobachter befürchten, dass den Frauen im Iran schlimme Konsequenzen drohten – oder dass ihre Familien unter Druck geraten, falls sie nicht zurückkehren sollten.

