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Wednesday, October 7, 2026

Feind und Freund Trumps: US-Senatorin Lindsey Graham ist tot

Wie seine Familie bzw. Sein Büro laut dem US-Sender CNN bekanntgaben, starb Graham, der im Senat den Bundesstaat South Carolin vertrat, unerwartet und nach „kurzer und plötzlicher Krankheit“.

In der Erklärung zu seinem Tod hieß es, seine Familie bedanke sich „bei allen, die für sie beten“. Sie bitte „um Respekt für ihr Privatleben in dieser extrem schwierigen Zeit“. Graham war 2002 erstmals in den Senat gewählt worden, im Herbst wollte er bei den kommenden Zwischenwahlen erneut antreten. Vor seiner Zeit als Senator war er ab Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus.

AP/Scott Applewhite

Der damalige US-Präsident George W. Bush unterstützte Grahams Kandidatur für den Senat 2002

Unfreundliche Worte im Wahlkampf für 2016

Anlässlich von dessen Präsidentschaftskandidatur 2015 nannte Graham gegenüber CNC Trump rassistisch und einen „Trottel“, der nicht die republikanischen Werte vertrete. „Wissen Sie, wie man Amerika wieder großartig macht? Sagen Sie Donald Trump, er soll zur Hölle fahren.“

Umgekehrt hieß Trump ihn einen „Idioten“ und ein „Leichtgewicht“. Graham hatte sich damals kurzfristig um eine Kandidatur beworben. Während Trumps erster Amtszeit er zu dessen Unterstützer wurde, kritisierte er ihn aber auch das eine oder andere Mal.

Besonders regelmäßige Treffen zum Golfen hätten zu einer Annäherung beigetragen, hieß es in der „New York Times“. „Lindsey war früher ein großer Feind von mir, und jetzt ist er ein guter Freund von mir“, sagte Trump 2018 während einer Pressekonferenz. „Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich mag ihn wirklich sehr.“

Differenzen nach Sturm auf Kapitol

Zu großen Differenzen kam es 2021 nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Trumps Anhänger. Graham erkannte zwar selbst über Wochen nicht den Wahlsieg des Demokraten Joe Biden an – mit Blick auf die Versuche von Trump und seinen Anwälten, Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl zu verbreiten, sagte er nach den Krawallen im US-Parlament aber: „Der Präsident muss verstehen, dass sein Handeln das Problem war, nicht die Lösung.“ Graham unterstützte schließlich aber Trumps erneute Präsidentschaftskandidatur.

Trump: „Lindsey, du wirst uns fehlen!“

Trump würdigte am Sonntag seinen überraschend verstorbenen Parteifreund und brachte seine Trauer über die Todesnachricht zum Ausdruck. „Senator Lindsey Graham, einer der großartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe, ist gestorben!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Lindsey Graham und Donald Trump

AP/Alex Brandon

Graham und Trump im Jänner an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One

„Er war immer am Arbeiten und war ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!!!“ Trump stellte weitere „Details“ in Aussicht – möglicherweise mit Blick auf Trauerfeierlichkeiten. Er fügte hinzu: „So traurig!“

Hardliner in der Außenpolitik

In der Außenpolitik galt Graham als „Falke“, als republikanischer Hardliner. Er warb für eine Unterstützung der Ukraine im Krieg mit Russland, hatte sich seinerzeit für den Irak-Krieg ausgesprochen und wollte Trump schon seit Langem von einem Angriff auf den Iran überzeugen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte Graham in einer Reaktion auf die Todesnachricht einen „der größten Freunde“ seines Landes.

US-Senatorin Lindsey Graham

AP/Efrem Lukatsky

Graham vor zerstörten russischen Panzern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew im Juli

Im ersten Satz seiner Biografie auf Grahams Website heißt es zu seinem politischen Selbstverständnis: „Lindsey Graham hat sich den Ruf als konservativer Problemlöser und als einer der entschiedensten Verfechter einer starken Landesverteidigung erworben.“

Gerade aus der Ukraine zurückgekehrt

Der republikanische Senator war gerade erst aus der Ukraine in die USA zurückgekehrt, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte am Freitag gemeinsame Fotos von Grahams Besuch. Dieses sei bereits zehnter gewesen, teilte Selenskyj mit.

Die Videoaufnahmen aus Kiew, wo der Senator die Unterstützung des Weißen Hauses für ein neues Sanktionspaket gegen Russland verkündete, gehören zu den letzten Bildern von Graham. Festgehalten ist auch das Wiedersehen mit Selenskyj, der dem Senator zum Geburtstag gratulierte und fragt: „Wie geht es Ihnen?“ Graham antwortete: „Älter. Älter. Aber nicht klüger.“ Der Sender NBC hatte laut eigenen Angaben ein Interview mit ihm für Sonntag geplant gehabt.

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