Nach dem gewaltsamen Tod eines jungen Rechtsextremen in der französischen Stadt Lyon hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung eingeleitet. Der 23-Jährige sei an den Folgen einer schweren Hirnverletzung gestorben, nachdem er von „mindestens sechs“ Verdächtigen angegriffen worden sei, sagte Staatsanwalt Thierry Dran heute. Der Fall wurde als „vorsätzliche Tötung“ und „schwere Körperverletzung“ untersucht.
Bisher keine Festnahmen
Bisher wurden noch keine Maßnahmen ergriffen. Die Behörden arbeiten daran, die Identität der maskierten und vermummten Verdächtigen festzustellen. Es seien „mehr als 15 Zeugen“ vernommen worden, außerdem würden derzeit Videos des Übergriffs ausgewertet.
Der Staatsanwalt sagte, der Getötete habe „vor allem Kopfverletzungen“ aufgewiesen, darunter „ein schweres Schädelhirntrauma“, das „innerhalb kurzer Zeit“ zum Tod geführt habe. Messerstiche seien entgegen ersten Informationen aus Ermittlerkreisen nicht vorgelegen.
23-Jähriger Star im Spital
Der 23-Jährige war am Donnerstag am Rande von Protesten gegen einen Auftritt der linksgerichteten Europaabgeordneten Rima Hassan in Lyon angegriffen worden. Der Student und Angehörige der rechtsextremen Identitären erlag am Samstag in einem Spital seine schweren Verletzungen.
Minister: „Extreme Linke“ für Tat verantwortlich
Minister Gerald Darmanin beschuldigte die „extreme Linke“, für die Tat verantwortlich zu sein. Der Anwalt der Familie sprach von einem „Hinterhalt“, der „methodisch vorbereitet“ sei. Die Familie des Toten rief zu „Ruhe und Zurückhaltung“ auf.
Die Politikerin Hassan und LFI-Chef Jean-Luc Melenchon hätten zudem „nicht ein Wort an die Familie des jungen Mannes“ gerichtet, sagte Darmanin. Melenchon selbst äußerte seine „Bestürzung“ über die Tat. „Wir sprechen seiner Familie und seinen Angehörigen unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme aus“, sagte er. Seine Partei lehne jegliche Gewalt ab, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien „Realitätsfern“.

