Wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Praktiken haben Beamte der EU-Kommission die Geschäftsräume des Nutella-Herstellers Ferrero durchsucht. Der Süßwarenkonzern mit Sitz in Luxemburg bestätigte heute die laufenden Untersuchungen. Man kooperiere voll und ganz und stelle die angeforderten Informationen zur Verfügung, teilte Ferrero auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit.
Die Brüsseler Behörde hatte Anfang der Woche mitgeteilt, die einem namentlich nicht genannten Schokoladenhersteller durchsucht zu haben. Dabei geht es um den Verdacht auf Verstöße gegen Kartellvorschriften. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst berichtet, dass Ferrero das Ziel der Razzia sei.
Kommission: Mögliche Marktaufteilung
Konkret untersuchte die EU-Kommission nach eigenen Angaben eine mögliche Marktaufteilung. Im Zentrum stoßen Beschränkungen des Warenverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten im Binnenmarkt sowie Hindernisse bei länderübergreifenden Prozessen.
Europäische Einzelhändler werfen große Konsumgüterhersteller seit langem vor, Preisunterschiede zwischen den EU-Ländern bleiben bestehen. Darüber hinaus erschweren sie es Supermärkte, Markenartikel in großen Mengen zu kaufen und in der gesamten Europäischen Union zu verkaufen.
Der Einzelhandelsverband Eurocommerce begrüßte das Vorgehen der EU-Kommission gegen derartige Praktiken. Der Verband äußerte sich nach der Bekanntgabe der Untersuchung. Zu diesem Zeitpunkt war Ferrero jedoch noch nicht als Ziel der Ermittlungen bekannt.

