Ein kugelrundes Köhlerhaus, erdig und dampfend, als hätte ein überdimensionaler Mistkäfer seine Dungkugel hierher gerollt. Eine Veranstaltungshalle aus hauchdünner Silberfolie, aufgeblasen wie ein riesiges Daunenkissen, das jemand in Santiago de Chile an die Avenida Libertador in die Wiese gelegt hatte. Ein Serpentine Pavilion aus einer durchsichtigen Fiberglas-Konstruktion, balancierend auf mächtigen Felsbrocken im Londoner Hyde Park, erinnert ein wenig an eine kokette Mischung aus Stonehenge und Polyester-UFO. Smiljan Radić Clarke, Architekt und Erschaffer all dieser zum Teil aberwitzigen Bauwerke, wird, wie die Jury am Donnerstagnachmittag bekannt gab, mit dem Pritzker-Preis 2026 ausgezeichnet.

