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Monday, May 11, 2026

Deal unterzeichnet: Paramount übernimmt Warner Bros. Discovery

Erst am Donnerstag war der Rivale Netflix aus dem Bieterstreit um Warner Brothers ausgestiegen – und hatte damit den Weg für die Übernahme des Hollywood-Urgesteins durch Paramount eröffnet. Paramount-Chef David Ellison, der Sohn von Larry Ellison, wird die Mitteilung „Das Erbe zweier legendärer Unternehmen würdigen“ lauten. Der Vorstandsvorsitzende von Warner Bros. Discovery, David Zaslav, zeigte sich „sehr zufrieden mit dem Ergebnis“.

Paramount, das im vergangenen Jahr von den Ellisons übernommen wurde, besserte jüngst das Gebot für den Konzern Warner Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar (rund 25 bzw. 26 Euro) pro Aktie nach.

111 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern

Netflix kostet knapp 83 Milliarden Dollar (rund 70,23 Euro) nur für das Studio- und Streaminggeschäft von Warner Brothers. Die TV-Sender sollten in einer neuen Firma abgespalten werden. Paramount bietet nach der Erhöhung rund 111 Milliarden Dollar (rund 93,93 Mrd. Euro) für den gesamten heutigen Konzern samt der Fernsehsparte.

Der Warner-Verwaltungsrat entschied nun, dass das Angebot dem bereits angenommenen Offert von Netflix überlegen ist. Der Streamingriese hätte danach eigentlich vier Tage Zeit gehabt, Paramount mit einem besseren Vorschlag entgegenzutreten. Doch Netflix teilt mit, dass der Deal bei einem weiteren Überbietungsversuch finanziell nicht attraktiver sei.

Wertvolle Marken von Harry Potter bis DC

David Ellison wird mit der Übernahme von Warner ein Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den kleineren Playern der Branche. Zu Warnern gehören unter anderem das DC-Superheldenuniversum mit Superman und Batman, Filmreihen wie „Harry Potter“ sowie ein starkes Streaminggeschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO.

APA/AFP/Charly Triballeau

Filmproduzent David Ellison

Wettbewerbshüter warnen

Zugleich warnte Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta das Unternehmen, dass es eine Wettbewerbsprüfung geben werde und eine Übernahme von Warner durch Paramount noch keine sichere Sache sei. Auch die Wettbewerbshüter in Washington werden den Deal angesichts seiner Dimension unter die Lupe nehmen.

Die Ellisons machen sich in Medienberichten angesichts der Nähe zu Trump Hoffnungen auf eine positive Entscheidung. Ein großer Teil des Kaufpreises wird von Larry Ellison persönlich garantiert. Der 81-jährige Tech-Mogul kann sich das leisten: Sein Vermögen wird aktuell vom Finanzdienst Bloomberg auf gut 200 Milliarden Dollar (rund 170 Mrd. Euro) geschätzt. Paramount erklärte sich bereit, bei einem Scheitern des Deals sieben Milliarden Dollar (rund sechs Mrd. Euro) zu zahlen.

Angst vor Stellenabbau in Hollywood

Die Stimmung in Hollywood mit Blick auf den Bieterwettstreit zwischen Netflix und Paramount war gespalten. Netflix haftete an, dass sich der Konzern stets auf das Streaming konzentrierte und sich seine Topmanager in der Vergangenheit skeptisch gegenüber dem Kinogeschäft äußerten. Zusicherungen von Kochef Ted Sarandos, dass man Warner-Filme unverändert in Kinos bringen würde, konnten das Misstrauen nicht ganz wettmachen.

Andererseits war auch klar, dass sich das Studiogeschäft von Warner und die bisherigen Aktivitäten von Netflix weitgehend ergänzen würden. Beim Kauf durch Paramount werden sich jedoch viele Strukturen verdoppeln, was einen größeren Stellenabbau zur Folge haben könnte.

Trump will Besitzerwechsel bei CNN

In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsle.

Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Unbegründet ist die Sorge nicht: Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlägt seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.

Der von Ellison senior kontrollierte Technologiekonzern Oracle spielt gleichzeitig eine Schlüsselrolle für das US-Geschäft von TikTok als technischer Dienstleister, der unter anderem für die Datenspeicherung und den Algorithmus, der den Nutzern die nächsten Videos vorschlägt, zuständig ist.

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