China hat neue Leitlinien für seinen Onlinehandel vorgelegt und wird unter anderem eine „Schnellspur“ für den Warenimport in den eigenen Markt schaffen. Die heute veröffentlichten Regeln sehen zudem ein Gleichgewicht zwischen Förderung und Regulierung sowie die Einrichtung von Pilotzonen für den grenzüberschreitenden Handel vor.
Aus Sicht von Fachleuten ist dies ein konstruktiver Schritt zur Entschärfung des Handelskonflikts mit der Europäischen Union (EU). Eine vollständige Beilegung des Streits sei aber unwahrscheinlich, sagte Chen Bo von der National University of Singapore gegenüber Reuters.
In den von mehreren Ministerien und Aufsichtsbehörden gemeinsam veröffentlichten Leitlinien ist auch die Expansion von Plattformen in ausländischen Märkten vorgesehen. „Wir werden E-Commerce-Unternehmen motivieren, direkte Beschaffungsstandorte in Übersee einrichten, die Importe von hochwertigen und unverwechselbaren Produkten zu erweitern und eine ‚E-Commerce-Schnellspur‘ für den Eintritt globaler Waren in den chinesischen Markt zu schaffen“, hieß es in der Erklärung.
EU-Abgeordneter in Peking
Die Veröffentlichung erfolgte eine Woche nach dem Besuch von EU-Abgeordneten in Peking. Diese hatten beim ersten Besuch seit acht Jahren den starken Anstieg gefährlicher Produkte in der EU und den beschränkten Marktzugang für europäische Firmen beklagt.
Bereits im Vormonat hatte die EU eine Überarbeitung ihres Zollsystems beschlossen. Demnach drohen vor allen chinesischen Onlineplattformen Strafen, wenn sie illegale oder unsichere Produkte in der Union verkaufen.

