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Monday, April 20, 2026

Brücken bis Bahn: Serie von Angriffen im Iran

Nahe der Provinzhauptstadt Ghom südlich von Teheran wurde nach Behördenangaben eine Brücke bei einem Angriff zerstört. Bei einem Angriff auf eine Eisenbahnbrücke im zentraliranischen Kaschan wurden nach Angaben eines Behördenvertreters zwei Menschen getötet. Im Norden des Iran wurde den Behörden eine wichtige Autobahn zwischen der Großstadt Täbris und der Hauptstadt Teheran beschossen.

Die Nachrichtenagentur Misan berichtete von einem Angriff auf Eisenbahnschienen in Karadsch außerhalb von Teheran. Der Iran meldete außerdem Explosionen auf der für den Ölexport wichtigen Insel Charg. Laut dem US-Nachrichtenportal Axios handelt es sich um einen US-Angriff. Nach Angaben aus Teheran wurden aber keine Ölanlagen beschädigt.

Israel: Regime „mit noch größerer Gewalt“ zerschlagen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte Angriffe auf Bahnstrecken und Brücken im Iran. „Wir zerschlagen das Terrorregime in Teheran mit noch größerer Gewalt“, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Die israelische Armee erklärte auf der Plattform X, „acht Brückensegmente“ seien aus der Luft angegriffen worden.

Die iranische Revolutionsgarde würde die Infrastruktur für den Transport von Waffen und anderer militärischer Ausrüstung nutzen, die dazu diene, „Terroranschläge gegen den Staat Israel und andere Länder im Nahen Osten“ planen.

Iran griff Israel und Katar an

Aus Israel wurden dabei erneut iranische Angriffe gemeldet. Die Luftabwehr fing nach Armeeangaben Raketenangriffe aus dem Iran ab.

Das Innenministerium von Katar teilte mit, vier Menschen, darunter ein Kind, seien nach einem iranischen Raketenbeschuss verletzt worden. Die iranischen Raketen wurden abgefangen, es waren aber Trümmer auf ein Haus im Gebiet Muraich gefallen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten meldete das Verteidigungsministerium ebenso iranische Angriffe. Die Luftabwehr der Emirate sei „aktuell mit Raketen- und Luftangriffen aus dem Iran konfrontiert“, teilte das Ministerium im Onlinedienst X mit.

Pakistan und Trump: Ultimatum verlängern

Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif rief währenddessen am Dienstagabend (MEZ) Trump dazu auf, sein Ultimatum an den Iran um zwei Wochen zu verlängern. Im Gegenzug bitte er die „iranischen Brüder“ aufrichtig, als Geste des guten Willens die Straße von Hormus für den entsprechenden Zeitraum zu öffnen.

Die diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Lösung des Krieges schritten stetig voran, so Sharif auf der Plattform X. Pakistan war zuletzt ein Vermittler zwischen den USA und dem Iran. Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte dem Portal Axios, Trump sei auf den Vorschlag Pakistans hingewiesen worden. Eine Antwort werde kommen.

Ein hochrangiger Vertreter des Iran sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Iran prüfe wohlwollend den Vorschlag Pakistans für eine zweiwöchige Waffenruhe.

Sharif hofft auf baldige „substanzielle Ergebnisse“

Sharif äußerte die Hoffnung, dass die diplomatischen Bemühungen „in naher Zukunft zu substanziellen Ergebnissen führen“ könnten. Der pakistanische Regierungschef spielt eine zentrale Rolle bei den Bemühungen zur Beilegung des Iran-Krieges.

Trump hatte die Führung in Teheran mit enormen Angriffen auf Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte der Iran nicht die Straße von Hormus öffnen, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Kurz vor Ablauf der Frist um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwoch, 2.00 Uhr MESZ) legte Trump am Dienstag nach und drohte dem Iran mit der Auslöschung seiner „ganzen Zivilisation“.

Iran reagierte mit Gegendrohung

Die iranische Revolutionsgarde reagierte am Dienstag auf das Ultimatum und drohte mit Angriffen außerhalb der Golfregion, sollten die USA rote Linien überschreiten. In einer Erklärung kündigte die Revolutionsgarde an, die Infrastruktur der USA und deren Partner in der Region ins Visier zu nehmen.

Die Öl- und Erdgasversorgung aus der Region könnte jahrelang unterbrochen werden, hieß es weiter. Man gebe die Zurückhaltung auf. Ein iranischer Insider forderte unterdessen einen sofortigen Stopp der Angriffe und Hormus-Gebühren.

Iran: Millionen Menschen bereit zum Kriegsdienst

Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf kündigte unterdessen am Dienstag an, dass sich rund 14,4 Millionen Iraner für einen freiwilligen Kriegsdienst registriert hätten. Ghalibaf veröffentlichte die Zahl auf der Plattform X. Die Aktion trägt den Namen „Leben opfern“. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Im Iran leben rund 90 Millionen Menschen.

Laut dem staatlichen Sender IRIB sollen die Freiwilligen im Konflikt mit den USA und Israel zusätzlich zur Revolutionsgarde und Armee eingesetzt werden. Insbesondere nach dem Ultimatum von Trump sei die hohe Zahl der Freiwilligen ein Zeichen nationaler Einheit und Verteidigungsbereitschaft, so der IRIB-Bericht.

Darüber hinaus sind offenbar viele Bürgerinnen und Bürger Aufrufe der Regierung gefolgt und haben sich vor Kraftwerken versammelt, um diese vor Angriffen der USA und Israels zu schützen. Staatliche Medien zeigen am Dienstag Bilder von Dutzenden Menschen, die vor Energieeinrichtungen Fahnen schwenkten und „Tod den USA“ skandierten. Behördenvertreter meldeten sich bei einer entsprechenden Kampagne mehr als 14 Millionen Bürger. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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