Einige der Opfer wurden in ihren Fahrzeugen von den Flammen eingeschlossen und verbrannt. Etwa zehn Menschen wurden verletzt und einige von ihnen in Krankenhäuser gebracht. Der Brand erreichte auch Straßen: So musste laut RTVE ein Abschnitt der Autobahn A7 gesperrt werden.
Auf Fernsehbildern war zu erahnen, wie gewaltig das Feuer in der Provinz Almeria sein muss: Über der waldreichen Gegend zeichneten sich die orangefarbenen Flammen in großer Breite ab. Der Brand war Donnerstagnachmittag in einer im Küstenhinterland nordöstlich von Almeria gelegenen Gemeinde ausgebrochen, wie die Regionalregierung mitteilte.
Über 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht
Regionalgesundheitsminister Antonio Sanz sprach von einer „beispiellosen Tragödie“; es sei der Waldbrand „mit den bisher schwersten Folgen“ in Andalusien. „Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almeria und allen Betroffenen.“ Auch Bürgermeister Francisco Miguel Reyes sprach von einer „großen Traurigkeit“. Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez brachte auf X seine „große Trauer und Bestürzung angesichts der schrecklichen Folgen des Brandes“ zum Ausdruck.
Mehr als 1.000 Menschen mehrerer Ortschaften wurden in Notzelte in benachbarten Orten wie Mojacar gebracht. Auch ein Campingplatz, der bisher von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt. 400 Teile älterer Menschen seien mit Hilfe des Rettungsdienstes an sichere Orte gebracht worden.
Berichte über abgerissene Stromleitung
Nach Informationen von RTVE kämpften etwa 150 Feuerwehrleute die ganze Nacht über gegen die Flammen. Der Wind habe mittlerweile nachgelassen, was die Löscharbeiten begünstigen müssten, hieß es Freitagfrüh.
Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in völlig ausgetrocknete Vegetation fiel. Die Rettungskräfte erhielten nach eigenen Angaben „mehr als 150 Anrufe von Bürgern, die den Brand meldeten“. In diesen ersten Schilderungen „gaben Zeugen an, dass ein herabgefallenes Kabel den Brand ausgelöst habe“. Das Unglück habe sich an einer Fernstraße ereignet, die Flammen hätten sich „rasch auf das Waldgebiet nahe der Straße ausgebreitet“. Bestätigt werden konnten diese Berichte nicht.
Serie an Waldbränden in Spanien
In Spanien wütet derzeit eine ganze Reihe von Waldbränden. Seit Jahresbeginn haben dort großflächige Feuer schon mehr als 50.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen.
Extremwetter
Zwar lassen sich einzelne Extremereignisse nicht direkt auf eine bestimmte Ursache zurückführen, klar ist laut Weltklimarat aber: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen, Hitze und Dürre zentral und intensiver.
2025 fielen in Spanien mehr als 393.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer. Es waren die schwersten Brände in der jüngeren Geschichte des Landes. Bei den mehr als 8.000 Bränden im vergangenen Jahr kamen laut Angaben des Innenministeriums acht Menschen ums Leben, nun sind es in nur einem Brand mindestens zwölf Todesopfer.
Extreme Hitze und Trockenheit
Auch Spaniens Nachbarländer Portugal und Frankreich leiden derzeit unter extremer Hitze. Das trockene Wetter und die hohen Temperaturen begünstigten auch dort den Ausbruch mehrerer Bränden. Anfang der Woche hatte ein außer Kontrolle geratener Waldbrand in Südfrankreich nahe der spanischen Grenze die Rettung von mehr als 10.000 Menschen aus zahlreichen Ortschaften erzwungen.
Hitzewellen im Mai und Juni haben weite Landstriche Westeuropas ausgetrocknet und sie in diesem Jahr besonders anfällig für Waldbrände gemacht. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwärmte sich Europa mehr als doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt, was anhaltende Hitzeperioden immer wahrscheinlicher macht.
Der vergangene Juni war zudem in Westeuropa der heißeste jemals gemessene. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 20,74 Grad, mehr als drei Grad über dem Juni-Mittel der Jahre 1991 bis 2020, wie der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus am Donnerstag mitteilte. In vielen Ländern wurden mehrere Temperaturhöchstwerte erfasst. Auch die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur der Ozeane außerhalb der Polargebiete sei im Juni mit 20,86 Grad die höchste jemals registrierte Temperatur für diesen Monat gewesen.

