Wegen verbaler Angriffe auf ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Unterstützung von Flüchtlingen an der französischen Küste des Ärmelkanals hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) Klage gegen eine Gruppe rechtsextremer Briten eingereicht.
Wie MSF heute mitteilte, wirft sie den Briten unter anderem „Verleumdung“ und „Einschüchterung“ vor. Mehrere Mitglieder der Hilfsorganisation wollten außerdem Anzeige wegen psychischer Gewalt erstatten.
MSF erklärte, dass eines seiner Teams nach dem Einsatz bei aus Seenot geretteten Menschen Anfang Dezember von drei Briten verbal angegriffen worden sei. Die Briten hätten sich als Anhänger der rechtsextremen Gruppe Raise the Colors zu erkennen gegeben.
Rechtsextreme Gruppe auch in Frankreich aktiv
Die Gruppe ist seit einiger Zeit auch auf französischer Seite des Ärmelkanals aktiv. Sie ruft unter anderem dazu auf, Überfahrten nach Großbritannien zu verhindern.
Einer der Briten habe die Übergriffe auf die MSF-Mitarbeiter gefilmt und im Internet veröffentlicht, erklärte MSF. Das habe zahlreiche Hasskommentare und Drohungen gegen die Helfer und die Flüchtlinge ausgelöst.
Dieser Angriff stehe „im Kontext zunehmender Einschüchterungsversuche, fremdenfeindlicher Aktionen und rassistischer Äußerungen, die sich seit Monaten gegen geflüchtete Menschen und Hilfsorganisationen richten“.

