Die globalisierungskritische NGO Attac hat heute gewarnt, dass das aktuelle Wettrüsten ein Erreichen der Klimaziele unmöglich macht. Laut Attac-Berechnung betrugen die globalen Emissionen des Militärs im Jahr 2025 rund 4,3 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent. Das entspricht etwa acht Prozent der globalen Emissionen.
Attac fordert die Einbeziehung militärischer Treibhausgasemissionen in die internationale Klimabilanz sowie einen Stopp des Wettrüstens und eine Senkung der Militärausgaben. Das Militär sei „ein zentraler, bisher kaum beleuchteter Treiber der Erdehitzung“.
Es verursache durch laufenden Betrieb, Infrastruktur, Rüstungsproduktion und Lieferketten erhebliche Treibhausgasemissionen, erklärt Attac in einer Aussendung. Zusätzlich würden die weltweiten Militärausgaben weiter steigen und „die Klimaziele de facto unerreichbar“ machen.
25 Prozent der künftigen Emissionen von Armeen
Um die Erdwärme auf 1,5 bis maximal zwei Grad zu begrenzen, müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen laut Pariser Abkommen bis 2030 halbiert werden. Steigen die weltweiten Militärausgaben weiter wie geplant an, würden die Armeen weltweit 2030 etwa 25 Prozent der maximal erlaubten Gesamtemissionen beanspruchen.
Selbst ernsthafte Emissionsminderungen in Industrie, Verkehr oder Energie würden durch den militärischen Sektor zunichte gemacht werden, warnt Attac: „Werden die angekündigten Rüstungsprogramme umgesetzt, rücken selbst minimale Klimaziele in unerreichbare Ferne.“
Ansätze des Bundesheeres reichen nicht aus
Attac kritisiert auch, dass militärische Emissionen bisher völlig unzureichend erfasst und kaum reguliert werden – auch hierzulande. Österreich erfasse militärische Emissionen teilweise zwar, doch die Bilanz sei lückenhaft: Berücksichtigt würde nur Energie- und Treibstoffverbrauch, die genaue Bilanz werde jedoch nur vage aufgeschlüsselt. Vorgelagerte Emissionen aus Beschaffung und Produktion fehlen weitgehend.

