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Tuesday, March 10, 2026

Anführer von Putschversuch 1981 in Spanien ges

Der Anführer des gescheiterten Militärputsches von 1981 in Spanien, Antonio Tejero, ist tot. Der ehemalige Oberstleutnant der Guardia Civil starb heute im Alter von 93 Jahren, wie seine Anwaltskanzlei mitteilte. Sein Tod fällt auf denselben Tag, an dem die Regierung in Madrid geheime Dokumente zu dem Umsturzversuch freigab.

Tejero war am 23. Februar 1981 mit gezückter Waffe in das Parlament eingedrungen, um die damals noch junge Demokratie zu beenden und eine Rückkehr zur Militärdiktatur zu erzwingen. Sein Name bleibt untrennbar mit den dramatischen 17 Stunden verbunden, in denen das Schicksal der spanischen Demokratie auf Messers Schneide steht.

Sturm ins Parlament

Fünf Jahre nach dem Tod des Diktators Francisco Franco und den ersten freien Wahlen wollte Tejero die Uhr zurückdrehen. Der Überfall auf das Parlament begann um 18.23 Uhr. Die Fernsehkameras liefen noch, als Tejero und weitere bewaffnete Angehörige der Guardia Civil den Sitzungssaal stürmten, in dem gerade eine neue Regierung gewählt werden sollte.

Die Bilder der verängstigten Abgeordneten, die hinter ihren Bänken Schutz suchten, gingen um die Welt. Der Putschversuch gilt als die entscheidende Bewährungsprobe für die damals erst drei Jahre alte spanische Verfassung.

Festigte Ruf von König als Verteidiger der Demokratie

Das Scheitern des Aufstands festigte seinerzeit den Ruf von König Juan Carlos I. als Verteidiger der Demokratie. Der Monarch stellte sich in einer Fernsehansprache in Uniform gegen die Putschisten und auf die Seite der gewählten Volksvertreter. Da ihm der Rückhalt des Königs und weitere Teile des Militärs fehlen, brach der Aufstand zusammen. Tejero ergab sich am nächsten Morgen.

Reue zeigte Tejero nie. „Es hat mich meine Karriere und meine Freiheit gekostet, aber trotzdem bereue ich den Versuch nicht“, sagte er 2021 in einem Interview für eine Biografie. Er blieb dem Andenken Francos bis zuletzt treu.

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