Fast vier Jahre nach Bekanntwerden eines Skandals um das Abhören von Oppositionspolitikern und Journalisten in Griechenland sind vier Angeklagte zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Athen sprach die vier, darunter ein früherer israelischer Geheimdienstmitarbeiter, heute wegen Verletzung des Fernmeldegeheimnisses für schuldig. Die Anwälte der Angeklagten kündigten umgehend Berufung an.
Das Urteil erging gegen den Gründer des auf Spähsoftware spezialisierten israelischen Unternehmens Intellexa, Tal Dilian, und dessen Lebensgefährtin sowie gegen zwei griechische Mitarbeiter des Unternehmens. Die Angeklagten hätten sich „wiederholter Eingriffe in ein System zur Speicherung personenbezogener Daten“ sowie des „illegalen Zugriffs auf ein Informationssystem oder Daten“ schuldig gemacht, hieß es in der Urteilsbegründung.
Das von Intellexa entwickelte Programm Predator war nach Erkenntnissen der griechischen Datenschutzbehörde genutzt worden, um Telefone von rund 90 Politikern, Journalisten, Unternehmern und hochrangigen Militärangehörigen in Griechenland illegal auszuspähen.

