1960–2026
Der Jurist und ehemalige Politiker Alfred J. Noll ist am Montag im Alter von 66 Jahren verstorben. Das bestätigte Nolls Wiener Rechtsanwaltskanzlei. Noll war als Anwalt unter anderem auf Medienrecht und Menschenrecht spezialisiert. Er war selbst schriftstellerisch tätig und erhielt den Staatspreis für Kulturpublizistik. An der Seite von Peter Pilz stieg er vorübergehend auch in die Politik ein.
Der „Kurier“ hatte zuerst den Tod vermeldet. Der habilitierte Medienrechts-, Urheberrechts- und Restitutionsexperte und Träger des Staatspreises für Kulturpublizistik war einer der Mitbegründer der Liste Pilz (später Liste Jetzt) und von 2017 bis 2019 im Nationalrat vertreten.
In Salzburg aufgewachsen, studierte Noll dort Rechtswissenschaften. Seit 1992 war er Rechtsanwalt in Wien. Politisch wurde er anfangs den Grünen zugerechnet und unterstützte auch Alexander Van der Bellen in seinem ersten Bundespräsidentschaftswahlkampf.
Als sich Pilz von den Grünen abwandte, half er ihm bei der Listengründung. Von 2017 bis 2019 saß er für die Liste Pilz im Nationalrat. Im Jahr 2024 trat er beim inszenierten Festwochen-„Prozess“ gegen die FPÖ als „Ankläger“ auf. Im selben Jahr wurde Noll von der KPÖ Plus in Salzburg in den Aufsichtsrat des dortigen Messezentrums entsandt. Ende 2025 war er außerdem Aufsichtsratsmitglied der Wiener Festwochen.
Experte für Restitution
Noll schrieb Gastkommentare und versuchte sich als Hobbymaler. Als Anwalt machte er sich unter anderem im Medienbereich und in Restitutionsangelegenheiten einen Namen, etwa in den Causen „Amalie Zuckerkandl“ und „Beethoven-Fries“.
Noll war Gründer und Mitherausgeber des „Journals für Rechtspolitik“, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift „Medien und Recht“, Ausschussmitglied der Wiener Rechtsanwaltskammer und Mitglied der Österreichischen Juristenkommission. Noll hinterlässt seine Frau und zwei erwachsene Kinder.

